Das IPPMV möchte einer interessierten Öffentlichkeit ermöglichen, an der lebendigen und offenen Diskussion über aktuelle theoretische, kulturelle und klinische Themen der Psychoanalyse teilzunehmen.
Über das klinische Fach hinaus stellen wir daher auch Arbeiten aus anderen Anwendungsgebieten der Psychoanalyse vor: Kulturtheorie und Soziologie, Geschichte, Literatur, Film und bildende Kunst.
Hierzu hat sich die Veranstaltungsreihe "Psychoanalyse und Kunst" bereits seit mehreren Jahren etabliert, die das IPPMV gemeinsam mit dem Landesverband M-V der DGPT in Kooperation mit dem Literaturzentrum Vorpommern im Koeppenhaus Greifswald regelmäßig organisiert.
Veranstaltungsort: Literaturzentrum Vorpommern – Koeppenhaus
Bahnhofstraße 4/5, 17489 Greifswald, Tel: 03834-773510, www.koeppenhaus.de
Kartenvorverkauf: Café Koeppen; Stadtinformation Greifswald
Vorschau auf bereits geplante Veranstaltungen:
06. 03. 2026, Beginn 19.00 Uhr
Herr Dipl.Psych. Peter Gabriel, Heidelberg, Psychoanalytiker
Filmvorstellung „Wie ich lernte, die Bombe zu lieben"
„Doktor Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben“ von Stanley Kubrick wurde Anfang
1963 während des Vietnamkriegs und kurz nach der Kuba-Krise in England gedreht. Seine
Veröffentlichung versuchte das US-amerikanische Militär zu verhindern, da man eine zu große Beunruhigung der Bevölkerung befürchtete; der Filmstart wurde wegen der Ermordung Kennedys auf Januar 1964 verschoben.
Heute gilt der Film als eine der erfolgreichsten (schwarzen) Komödien der Filmgeschichte.
Die Besprechung wird sich vor allem der aktuell wieder wichtig gewordenen Frage zu, inwieweit die weiterhin bestehende erschreckende Realität in der filmischen Darstellung repräsentiert wird.
Peter Gabriel ist niedergelassener Psychoanalytiker in Heidelberg und dort als Dozent, Supervisor und Lehranalytiker tätig. Er ist Mitglied der beiden Psychoanalytischen Fachgesellschaften DPG und DPV und hat sich intensiv mit der Behandlung früher Störungen beschäftigt, wie sie sich von Moment zu Moment der Stunde in Mikroprozessen äußern und wie ihnen psychoanalytisch-psychotherapeutisch begegnet werden kann.
Darüber hinaus nimmt er seit 20 Jahren regelmäßig an einem persönlichen Austausch mit
israelischen KollegInnen der 2. und 3. Generation zum Thema der Shoa und ihren Folgen teil. Nach vielen Jahren berufspolitischen Engagements gilt heute sein besonderes Interesse dem Zusammenhang zwischen politischen Vorgängen und ihrer Widerspiegelung, bzw. Nicht, Repräsentanz in Psychoanalysen
17. 04. 2026, Beginn schon 18.30 Uhr
Dr. phil. Rupert Martin (Köln) Psychoanalytike
Filmvorstellung "Silent Friend"
D/F/Ungarn 2025 – Regie, Buch: Ildikó Enyedi. Kamera: Gergely Pálos. Schnitt: Károly Szalai. Mit: Tony Leung Chiu-Wai, Luna Wedler, Enzo Brumm, Sylvester Groth, Martin Wuttke, Johannes Hegemann, Rainer Bock, Léa Seydoux. Verleih: Pandora, 147 Min.
Silent Friend der ungarischen Regisseurin Ildikó Enyedi, der bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig seine Premiere feierte und seit dem 15.01.26 in den deutschen Kinos läuft, ist ein außergewöhnlicher und von der Kritik hochgelobter Film. Im Mittelpunkt steht der Ginkgobaum, der 1832 im botanischen Garten der hessischen Universitätsstadt Marburg gepflanzt wurde. Doch wer hier esoterischen Betrachtungen über das Seelenleben von Bäumen erwartet, täuscht sich – Silent Friend ist keine seiner 147 Minuten langweilig. Er zieht den Zuschauer durch seine psychologische Ästhetik und seine poetische Erzählweise in den Bann, ist ein Film wie geträumt oder wie eine gelungene psychoanalytische Stunde. Dabei geht es auf drei verschiedenen Zeitebenen über ein Jahrhundert hinweg um alles, was das menschliche Leben ausmacht: Beziehung, Kommunikation, Sexualität, Neugier, Forschung, Entwicklung und vieles mehr. Durch seine besondere Haltung setzt Silent Friend einen Kontrapunkt zum aktuellen Weltgeschehen, das aus den Fugen geraten zu sein scheint.
04. 09. 2026, Beginn 19.00 Uhr
Frau Dipl.-Psych. Mechtild Kessler (Tübingen) Psychoanalytikerin
„Ich singe, um nicht zu weinen.“ Psychoanalytische Überlegungen zum Tango Argentino - Musik als Spiel-Raum für Melancholie, Verlustverarbeitung und Identitätsbildung im Kontext von Migration
04. 12. 2026, Beginn 19.00 Uhr
Herr Dr. Matthias Oppermann, DPV, Hamburg, Psychoanalytiker
Filmvorstellung „Giacometti“